Sehr geehrte Bewerber,
nun kommen wir zu der praktischen Seite des Bewerbens… den Bewerbungsunterlagen!
Es gibt sehr, sehr viel Literatur zu diesem Thema. Man könnte meinen, zum Glück des Bewerbers… leider sind die Meisten am Ende so verwirrt, aufgrund der vielfältiger Meinungen, dass sie gar nicht mehr wissen, was noch richtig oder falsch ist. Machen Sie es sich einfach! Hören Sie auf darüber nachzudenken! Die Unterlagen sind wichtig, ja! Aber Ihre Persönlichkeit ist wichtiger! Zeigen Sie diese auch in den Unterlagen.
Aus meiner Erfahrung gibt es dieses Richtig oder Falsch nicht, sondern nur der Situation, dem Berufsbild und dem Unternehmen angemessen. Also sehr individuell!!! Was in einem Fall passend ist, kann bei einem anderen Bewerber als anmaßend oder unangebracht gewertet werden. Und hier haben wir schon das erste Problem. Alle Dinge, die individuell sind, sind mit dem obligatorischen blinden Fleck behaftet. D.h. sogar dann, wenn wir über umfangreiche Erfahrungen bei bestimmten Tätigkeiten oder Arbeiten verfügen, können wir die Aufgaben, insofern sie mit uns persönlich zu tun haben, nicht einwandfrei erledigen, da wir betriebsblind sind. Das ist der Grund warum die Coaches selbst Coaches haben und warum die Unternehmen immer wieder auf externe Berater zurückgreifen. Auch ich würde meine Bewerbungsunterlagen von einem Profi gestalten oder durchchecken lassen. Nicht weil ich es nicht kann, sondern weil auch ich der Betriebsblindheit erläge;))
Abgesehen von der Individualität betrachte ich folgende Punkte für notwendig oder wichtig (sollte hier jemand nach den theoretischen Abhandlungen über die Bewerbungsunterlagen suchen, wäre er/sie hier fehl am Platz, da ich nur aus praktischer Erfahrung spreche).
1. Das Anschreiben! (jetzt werde ich Ihnen das verraten, was jeder Personalberater schon sehr lange weiß… und es ist wirklich hart!)
Es liest niemand! Oder sagen wir mal in 90% aller Fälle! Der Grund dafür sind die meist überlasteten Personalreferenten und die Personalberater, die viel lieber 10 Minuten mit Ihnen ein kurzes telefonisches Gespräch führen als sich noch “weitere Floskeln rein zu ziehen”.
Persönlich kenne ich nur wenige Kunden, die ein Einschreiben sehen möchten. Schließlich ist es so: was bringt dem Personalreferenten ein einseitiger ”Lobgesang” auf den Bewerber selbst und das Unternehmen, wenn er spätestens nach dem Telefoninterview oder der Einschätzung des Personalberaters weiß, dass der Bewerber von seinem Persönlichkeitsprofil nicht mit dem Teamleiter auskommen wird (ja, auch Personalmanagement ist menschlich… auch wenn wir die meiste Zeit das nicht wahr haben wollen:)
Also Fazit: machen Sie ein Anschreiben, beziehen Sie sich auf das Gespräch, dass sie vorher mit dem Personalreferenten geführt haben und machen Sie es knapp, sehr knapp!!
2. Der Lebenslauf, auch CV genannt, ist das Kernstück des Ganzen!
Hier ist die Ausführlichkeit wichtig, insbesondere bei den zwei letzten Stationen. Die Aufgabenbeschreibung ist unverzichtbar und egal wie kurz Ihre letzten beruflichen Stationen waren, fangen Sie chronologisch von hinten an, sprich mit den aktuellen Sachen zuerst.
Und nein, der Lebenslauf sollte nicht auf zwei Seiten A4 oder gar nur eine Seite passen. Es darf gut ausführlich sein, schließlich haben Sie etwas von Ihren beruflichen Erfolgen und Aufgaben zu berichten. Bedenken Sie, dass es vermutlich das Einzige ist, was sich der Ansprechpartner anschauen wird, also packen Sie alles hier rein!
Sehr oft höre ich die Aussage: “Aber es steht doch alles in den Zeugnissen drin, auch die Tätigkeitsbeschreibung”. Das ist natürlich sehr löblich, dass Sie ausführliche Zeugnisse haben. Leider haben die Ansprechpartner so gar keine Zeit diese zu lesen. Die Zeugnisse werden meistens dann gelesen, wenn es um die Unterstützung im Entscheidungsprozess geht, ob für ein Vorstellungsgespräch oder sogar danach. Nicht im Auswahlverfahren, nicht wenn es darum geht, Stapel Ablehnungen oder Stapel “noch einmal anschauen”. Spätestens hier haben Sie mit einem weniger ausführlichem Lebenslauf verloren. Wenn es Ihnen die Übersichtlichkeit und die Tätigkeitsbeschreibung nicht wichtig sind, glauben Sie wirklich, dass ein Ansprechpartner, nachdem er keine für ihn wichtigen Schlagwörter in Ihrem CV gefunden hat, sich eine halbe Stunde Zeit nehmen wird, um heraus zu bekomme, was Sie denn tatsächlich machen?
3. das Bild:
Investieren Sie bitte Geld und lassen Sie sich ein professionelles Bewerbungsfoto machen. Dieser Punkt ist ganz einfach! Wir sind alle Menschen und auch wenn wir uns vornehmen, die Anderen nicht nach Ihrem Äußeren zu beurteilen, machen wir es doch. Dieser Prozess läuft nicht bewusst, sondern zum größten Teil unbewusst ab. Minimieren Sie dieses Risiko!
4. digitale Unterlagen:
Zum Schluss kommt einer der wichtigsten Dinge. Diese zeigt in der Praxis Ihre wahre Professionalität und den wirklichen Stand Ihrer PC Kenntnisse!!!
Senden Sie Ihre Unterlagen (Anschreiben, CV, Zeugnisse etc.), wenn Sie denn wirklich alles senden müssen, in einer Datei!!!
Es gibt, aus meiner Sicht, nichts Unglaubwürdigeres als ein Spezialist (egal in welchem Bereich), der im CV behauptet über sehr gute Microsoft Office Kenntnisse zu verfügen und 21 Datei-Anhänge versendet.
Leider kommt es des Öfteren vor (in ca. 50 % aller Fälle) als man denkt. Also noch einmal für die, die es nicht kennen. Um mehrere Dateien in einer Datei zusammen zu fassen, wendet man die Multidoc Funktion an.
Sie öffnen ein Dokument, gehen auf Drucken, wählen hier das pdf – Format, es öffnet sich ein Fenster, wo Sie zwischen vier Funktionen aussuchen können, rechts steht Multidoc-Datei. Sie klicken darauf, schließen das Hauptfenster des Dokuments, öffnen das Nächste und verfahren auf dieselbe Art weiter. Drucken-Multidoc-Schließen und die nächste Runde, wenn Sie fertig sind, werden Sie in der Statusleiste ein Symbol für Multidoc-Datei finden. Sie öffnen diese und stellen fest, dass alle Ihre Dateien in einer Datei gesammelt wurden, Sie gehen auf Speichern und bringen die Multidoc-Datei an den von Ihnen gewünschten Ort.
Also, auf ein gutes Gelingen!!!
Ihr KarriereCoach